Vereint im Einsatz für die Natur

Gemeinde, Forstamt und Volksbank Deisslingen initiieren Projekt im Neckartal

Deißlingen. Zukunftsweisende Gemeinschaftsaktion zwischen Forstamt, Gemeinde und Volksbank Deisslingen: Zusammen starten die Beteiligten ein Naturschutzprojekt im Neckartal.

Dabei soll es nicht nur um die Förderung von Habitaten für Zauneidechse, Wildbienen und andere Insekten sowie die Wiederansiedlung standorttypischer Orchideen gehen. Vorgesehen ist, die Biotopvernetzung mit einem bildungspädagogischen Ansatz zu kombinieren und Jugendliche und Auszubildende in das Projekt einzubinden. „Wir hoffen, dass sich Auszubildende mehrerer Betriebe engagieren und sich auf diese Weise eine Verstetigung ergibt, indem das Projekt von mehreren Schultern getragen wird“ erläutern Revierförster Thomas Zihsler und Vorstand Christoph Groß.

Die vorgesehene Fläche in Hanglage umfasst etwa 1000 Quadratmeter. Sie war einst als Garten genutzt und dann mit Nadelhölzern aufgeforstet worden. „Das funktioniert dort aber nicht, die Fichten werden alle früher oder später rotfaul“ berichtet Zihsler. Das Forstamt hat die Fläche bereits grob freigeräumt und nur einige wenige Hölzer stehen lassen, um die notwendige Besonnung sicherzustellen. Mit einer Aktion im Rahmen des Kinderferienprogramms der Gemeinde sollen das Restholz entfernt und Felsstrukturen freigelegt werden.

Und dann kommen die Auszubildenden ins Spiel: Die Habitate müssen hergerichtet werden, also Bienenhotels gebaut, eine Trockensteinmauer errichtet, Gruben für die Eiablage der Echsen gegraben werden und weiteres. „Das ist der Anstoß, den es für eine natürliche Entwicklung braucht“ erklärt Zihsler. Dabei denkt er langfristig. „Genau das wollen wir erreichen und das Vorhaben durch ein betriebsübergreifendes Azubi-Projekt langfristig absichern“ sagt Lena Wiedmann, Ausbildungsbeauftragte der Volksbank. Bei ihr werden die organisatorischen Fäden zusammenlaufen.

Demnächst werden in Zusammenarbeit mit der Gemeinde alle Ausbildungsbetriebe Post erhalten, mit der die Auszubildenden eingeladen werden sich zu engagieren. Das sorgt für fachübergreifenden Austausch und idealerweise für Teambildung, ist sich Groß sicher: „In Deisslingen haben sich sehr viele Betriebe angesiedelt, die als Spezialisten der Allgemeinheit wenig bekannt sind. Hier kann ein Gemeinschaftsprojekt für Identifikation sorgen.“ Denkbar seien daher auch gemeinsame Azubi-Veranstaltungen, um eine Gemeinschaft wachsen zu lassen.

Zihsler hat den seitherigen Stand und die bisherigen ökologischen Verbesserungen natürlich dokumentiert, denn es besteht die Aussicht, durch die Maßnahme wertvolle Ökopunkte zu sammeln. Doch zunächst hofft man die Auszubildenden begeistern zu können. Vielleicht, so die Hoffnung, entsteht über das initiale Vorhaben im Neckartal hinaus eine Gemeinschaft, die die Auszubildenden im Ort vernetzt. Das würde der Natur und der Wirtschaft gleichermaßen helfen.