Vorstandsmitglieder Steffen Schlenker (links) und Christoph Groß.

Volksbank Deisslingen meistert Herausforderungen der Pandemie

Ergebnis weiter gesteigert / Immobiliengeschäft ausgebaut / Dividende in Höhe von 2,5 % geplant 

Deißlingen. Die Volksbank Deisslingen hat die Herausforderungen der Pandemie im Geschäftsjahr 2020 gut gemeistert. Die Mitglieder sollen mit einer Dividende in Höhe von 2,5 Prozent am Erfolg beteiligt werden.

„Der genossenschaftliche Gedanke ist während der Pandemie aktueller und wichtiger denn je“ betonen die Vorstände Christoph Groß und Steffen Schlenker. Dank des Sicherheits- und Hygienekonzepts blieb die Bank die gesamte Zeit über geöffnet und sicherte so im direkten Austausch mit Kunden die gewohnte Servicequalität. Vor allem mit jenen Menschen, denen die Pandemie wirtschaftlich besonders zusetzt, konnten auch dank des persönlichen Kontaktes tragfähige Lösungen erarbeitet werden.

Insgesamt habe sich das Marktumfeld weniger eingetrübt als befürchtet, betonen Groß und Schlenker, durch viel Empfehlungsgeschäft habe man die Position in der Region ausgebaut. Die Bilanzsumme stieg im Geschäftsjahr 2020 um 8,1 Prozent auf 322 Millionen Euro. Das Kreditgeschäft wuchs um 5,7 Prozent auf 227 Millionen Euro, die Kundeneinlagen erhöhten sich um 13,9 Prozent auf 196 Millionen Euro. Das betreute Kundenvolumen stieg um 6,1 Prozent auf 676 Millionen Euro.

Die Belastungen im Betriebsablauf durch die Pandemie konnte die Bank auf der Kostenseite vergleichsweise gut abfangen. Mit einer so genannten Cost-Income-Ratio (CIR) von 71,85% liegt die Volksbank Deisslingen unterhalb des Verbandsdurchschnitts. Dies, obwohl erhebliche Investitionen in die technische Aufwertung der Hauptstelle, die Anpassung an die neue Ortsmitte in Deisslingen und die Umstellung auf LED-Beleuchtung der Bank getätigt wurden. Die CIR ist eine Messzahl, die den Aufwand für den Ertrag beziffert, in diesem Fall eben 71,85 Cent für einen Euro.

Dies und die Ausweitung der relevanten Bilanzkennzahlen findet seinen Niederschlag in einem weiter verbesserten Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, das nun 2,581 Millionen Euro beträgt. Damit können die Rücklagen und das Eigenkapital der Bank und somit die Substanz weiter gestärkt werden. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der für den November geplanten Hauptversammlung angesichts der positiven Zahlen eine Dividende in Höhe von 2,5 Prozent vor.

Erneut hat das Immobiliengeschäft einen wichtigen Ergebnisbeitrag geleistet. Neben neuen Angeboten wie der Immobilien-Leibrente schätzt eine zunehmende Zahl von Kunden die diskrete Abwicklung von Immobilienverkäufen: „Viele Eigentümer möchten nicht, dass ihre Objekte auf Plattformen mit zahlreichen Fotos erscheinen“, berichtet Groß, stattdessen werde die Vermarktung über den Kundenstamm bevorzugt.

Das stark nachgefragte Wertpapiergeschäft sowie die qualifizierte Vermögensberatung sorgten ebenfalls für wachsenden Ertrag. Die Volksbank Deisslingen erhielt erneut den Prix de Fonds von Union Investment und wurde 2020 wiederum als beste Fördermittelbank ausgezeichnet. Das Versicherungsangebot wurde im vergangenen Geschäftsjahr weiter ausgebaut, unter anderem durch weitere Experten, so dass Mitglieder und Kunden, gleich ob privat oder gewerblich, direkte Ansprechpartner finden.

Die erfolgreiche Entwicklung sei nur durch das hohe Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich, betonen die Vorstände. Weiterhin positiv entwickelt sich die Zahl der Mitglieder. 3465 Genossen (+53) haben 17.174 (+3.924) Anteile gezeichnet.

Die gute Entwicklung habe sich zum Start des laufenden Geschäftsjahres fortgesetzt, wenngleich das Versprechen der Politik für eine verminderte Regulatorik nicht umgesetzt worden sei. Im Gegenteil: Für bestimmte Bankgeschäfte sind die Eigenkapitalanforderungen erhöht worden, dies wirkt sich negativ auf die Möglichkeit zur Kreditvergabe aus. Für das laufende Jahr zeigen sich Groß und Schlenker verhalten optimistisch, die Kennzahlen weiter verbessern zu können, „vorausgesetzt, die Konjunktur bricht wegen der Pandemie und Lieferkettenproblematik nicht weiter ein.“

 

Info-Artikel: Nachhaltiges Handeln – typisch genossenschaftlich

Bei der Volksbank Deisslingen zählt nachhaltiges Handeln seit je her zu den Kernanliegen. Verantwortlich zu handeln, das bedeutet nachhaltig, sozial und nach ethischen Grundsätzen zu wirken. Also typisch genossenschaftlich. Heute existiert dafür das Kürzel ESG. Das steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (gute Führung). 

„Die Berücksichtigung des Themas Umwelt und der ressourcenschonende Umgang sind in unserem täglichen Tun fest verankert“ betonen Groß und Schlenker. Die Photovoltaikanlage auf dem Gebäude an der Stauffenbergstraße liefert pro Jahr durchschnittlich 40.000 Kilowattstunden Strom. Durch Speicher kann der überwiegende Teil davon eigenverbraucht werden.  Bereits 2013 hat die Volksbank Deisslingen in die große Photovoltaikanlage auf dem Neubau der Schuler Rohstoff GmbH investiert. An der Betreibergesellschaft ist die Bank mit 70 Prozent beteiligt. 3996 Module mit einer Leistung von zusammen 999 Kilowatt peak erzeugen jährlich mehr als eine Million Kilowattstunden Strom. Die umweltgerechte Mobilität der Mitglieder und Kunden unterstützt die Volksbank Deisslingen mit einer Ladesäule für Elektrofahrzeuge, die am Kundenparkplatz installiert ist und an der gleichzeitig zwei Fahrzeuge laden können.

Der nachhaltige Gedanke wird auch bei der Kreditvergabe und der Vermögensberatung konsequent umgesetzt. „Wir stellen sicher, für unsere Kunden alle Fördermöglichkeiten einzubinden, zum Beispiel für Effizienzhäuser, nachhaltige Investitionen in Unternehmensbereichen oder bei der energetischen Ertüchtigung von Gebäuden. Aktuell sind etwa 20 Millionen Euro bei den Krediten direkt mit umweltfördernden Maßnahmen verbunden.

Bei der Vermögensanlage für Mitglieder und Kunden wird die Möglichkeit, mit nachhaltigen Investments das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, namentlich attraktive Renditen bei verbesserter Risikostruktur zu erzielen, stringent verfolgt. Verbundpartner Union Investment als auch der langjährige Fondspartner DJE Kapital AG stellen hohe Nachhaltigkeitsstandards sicher. Ganz grundsätzlich wird nach den so genannten UNPRI gehandelt. Die Abkürzung steht für United Nations Priciples for Responsible Investments, also UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren.