Immobilien-Newsletter 04/2022

Liebe Mitglieder, liebe Kundinnen und Kunden,

mit diesem Newsletter informieren wir Sie ganz aktuell über die neuesten Entwicklungen zum Neustart der umgangssprachlich KfW-Förderung genannten „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Gleichzeitig zeigen wir Ihnen die Fördermöglichkeiten im Bereich der Energieerzeugung (Solarthermie) und effizienten Wärmeversorgung (Wärmepumpen, Fernwärme, Photovoltaik etc.) auf.

Zum Neustart Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG):

Wichtig: Anträge können ab dem 20. April 2022 eingereicht werden. Die KfW schreibt dazu: „Die Haushaltsmittel werden nach dem Windhundprinzip vergeben, weshalb wir Ihnen zu einer zeitnahen Antragstellung raten. Um einen reibungslosen und damit schnellen Antragsprozess zu ermöglichen, bitten wir Sie um die Einreichung vollständiger und entscheidungsreifer Anträge.“

Da das Programm vorerst mit lediglich einer Milliarde EUR ausgestattet ist, warnt die KfW vor schneller Entleerung des Fördertopfes. Es wird daher ausdrücklich durch die KfW empfohlen, sehr schnell einen Antrag einzureichen! Finanzierungszusagen für neue Anträge können nur erteilt werden, soweit und solange dieser Haushaltsmittelansatz nicht ausgeschöpft ist.

Die Förderung wird grundsätzlich ausschließlich in den Kreditvarianten 261/263 angeboten. Das Programm 261 behandelt den Bau eines Effizienzhauses oder den Kauf bzw. Sanierung zum Effizienzhaus für Wohngebäude. Das Programm 263 bezieht sich auf Nicht-Wohngebäude. Als investive Maßnahmen werden die energetische Sanierung und der Ersterwerb von fertiggestellten Bestandsgebäuden gefördert, die nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen den energetischen Standard eines Effizienzhauses erreichen. Der Bauantrag beziehungsweise die Bauanzeige des Bestandsgebäudes muss zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegen. Eine „Effizienzhaus EE“-Klasse wird erreicht, wenn erneuerbare Energien und/oder unvermeidbare Abwärme einen Anteil von mindestens 55 Prozent des für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes erforderlichen Energiebedarfs erbringen.

 

Mit Gas betriebene Wärmeerzeuger werden nicht mehr gefördert

Ab dem 20.04.2022 werden im Rahmen von Neubauvorhaben nur noch Wärmeerzeuger auf Basis Erneuerbarer Energien gefördert. Eine Effizienzhaus/Effizienzgebäude-Stufe wird allerdings auch dann erreicht, wenn der für die Wärmeversorgung des Gebäudes erforderliche Energiebedarf ganz oder teilweise durch mit Gas betriebenen Wärmeerzeugern gedeckt wird. Mit Gas betriebene Wärmeerzeuger (etwa Gas-Brennwertkessel, gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, Gasstrahler, Gas-Warmlufterzeuger) sowie deren Einbau und Anschluss sind jedoch nicht mehr förderfähig.

 

Klimafreundliches Bauen ab Anfang 2023

Das Programm "Klimafreundliches Bauen" startet im Januar 2023. Hierfür werden die Förderanforderungen aus der Stufe 2 weiterentwickelt und ein Fokus auf die Treibhausgas-Emissionen im Lebenszyklus gelegt.

Wichtige Fragen zum Neustart: Das müssen Sie wissen:

Wann kann der Vorhabensbeginn für neue Anträge zu Sanierungs- und Neubauvorhaben erfolgen?

Für Vorhaben, für die bis einschließlich 23. Januar 2022 kein Antrag gestellt wurde, jedoch bereits Liefer- und Leistungsverträge geschlossen und ggf. schon daraufhin mit den Baumaßnahmen begonnen wurde, gilt folgendes: Ein Antrag kann gestellt werden, wenn vor dem 24.01.2022 ein Beratungsgespräch mit einem Finanzierungspartner zur Inanspruchnahme einer BEG-Kreditförderung geführt wurde, das mit dem dafür bestimmten KfW-Formular dokumentiert wurde.

 

Ab welchem Zeitpunkt können zukünftige Eigentümerinnen und Eigentümer als Bauherrin bzw. Bauherr einen BEG-Antrag stellen (Sanierung und Neubau)?

Zukünftige Eigentümerinnen und Eigentümer können als Bauherrin bzw. Bauherr einen BEG-Antrag ab dem Zeitpunkt der Eintragung der Auflassungsvormerkung im Grundbuch nach Abschluss des Grundstückkaufvertrages stellen. Die endgültige Eintragung als neue Eigentümerin bzw. neuer Eigentümer muss dann spätestens beim Einreichen der Bestätigung nach Durchführung erfolgt sein.

 

Was kennzeichnet einen vollständigen und entscheidungsreifen Antrag?

Die KfW empfiehlt auf folgende Sachverhalte besonders zu achten: Bei Fachplanung/Baubegleitung/Nachhaltigkeitszertifizierung soll berücksichtigt werden, dass bei der Ermittlung der Darlehenshöhe neben den energetischen Kosten auch die zusätzlich anfallenden, förderfähigen Kosten für die Fachplanung/Baubegleitung und eine eventuelle Nachhaltigkeitszertifizierung, die in der Bestätigung zum Antrag (BzA) bzw. gewerblichen Bestätigung zum Antrag (gBzA) ausgewiesen werden. Nur wenn alle vorgenannten Positionen vollständig im Darlehensbetrag berücksichtigt werden, kann der maximale Tilgungszuschuss genehmigt werden.

Nachhaltige Energieerzeugung effiziente Wärme: Förderung möglich

Neben dem Neubau eines energieeffizienten Hauses oder der Sanierung einer Bestandsimmobilie fördert die KfW auch wieder Einzelmaßnahmen. Dabei handelt es sich um folgende Möglichkeiten.

 

a. Gebäudehülle Dämmung der Gebäudehülle (von Außenwänden, Dachflächen, Geschossdecken und Bodenflächen), sowie Erneuerung/Aufbereitung von Vorhangfassaden

b. Erneuerung, Ersatz oder erstmaliger Einbau von Fenstern und Außentüren

c. Sommerlicher Wärmeschutz durch Ersatz oder erstmaligen Einbau von außenliegenden Sonnenschutzeinrichtungen mit optimierter Tageslichtversorgung

d. Anlagentechnik (außer Heizung) Einbau oder Optimierung raumlufttechnischer Anlagen inklusive Wärme-/Kälterückgewinnung

e. Einbau digitales System zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung (Efficiency Smart Home)

f. Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik) wie Solarkollektoranlagen, Biomasseheizungen, Wärmepumpen sowie Anschluss an ein Gebäudenetz oder Wärmenetz.

 

Besonders interessant: Die Austauschprämie für Ölheizungen ermöglicht es Ihnen, im Haus endlich unabhängig vom Öl zu werden. Das ist auch politisch wertvoll. Wird eine Heizungsanlage, die mit dem Brennstoff Öl betrieben wird, gegen eine Biomasse-Anlage, Wärmepumpe, Hybridanlage, innovative Heizungstechnik auf Basis erneuerbarer Energien oder gegen eine Wärmeübergabestation an ein Wärme- oder Gebäudenetz ausgetauscht, wird ein Bonus auf den gewährten prozentualen Fördersatz der zu errichtenden Anlage gewährt.

 

Bitte sprechen Sie uns zu allen in diesem Newsletter genannten Themen zeitnah an, damit wir für Sie eine gute Lösung erarbeiten können.

 

Gerold Braun, gerold.braun@voba-deisslingen.de, 07420/9292-0 und

Sergei Rupp, sergei.rupp@voba-deisslingen.de, 07420/9292-0.

 

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